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Eine Betrachtung der aktuellen Diskussion: Kindersoldat*innen und die aktuelle Bundeswehrsituation

 



machwaswirklichzaehlt.de - Kindersoldat*innen und die aktuelle Bundeswehrsituation

Als Kindersoldaten bezeichnet man per definitionem alle Kinder, die an einem Krieg teilnehmen. Doch wann ist ein Kind ein Kind, hier scheiden sich die Geister.

Organisationen wie UNICEF, „terre des hommes“ und „amnesty international“ bezeichnen „alle Kämpfer und deren Helfer, die unter 18 Jahre alt sind“ als Kindersoldaten. Schaut man z.B. bei terre des hommes genau hin: „... alle Personen unter 18 Jahren, die von Streitkräften oder bewaffneten Gruppen rekrutiert oder benutzt werden (…), darunter Kinder, die als Kämpfer, Köche, Träger, Nachrichtenübermittler, Spione“ - http://goo.gl/oCgd7k - kann man feststellen, dass hier Soldaten in Kampfhandlungen und deren logistische Unterstützung gemeint sind. Genauso übrigens bei den beiden anderen genannten Organisationen, siehe z.B. https://goo.gl/I0QZ6Z. Und sicherlich nicht der 17jährige Koch in Deutschland, während deutsche Soldaten im Ausland sind.

Hingegen sieht die die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 alle Kriegsteilnehmer unter 15 Jahren, die direkt in Feindseligkeiten / Kämpfe involviert sind als Kindersoldaten an. Durch das optionale Zusatzprotokoll der Konvention 2002 wurde Artikel 38 Absatz 3 modifiziert und das Mindestalter für wehrpflichtige Soldaten der ratifizierten Staaten auf 18 Jahre angehoben, freiwillige Rekruten älter als 14 Jahre sind nach wie vor völkerrechtlich legal. Vorgegebene Bedingungen: Der Einzug muss auf freiwilliger Basis erfolgen. Die Eltern oder der gesetzliche Vormund müssen in Kenntnis der Sachlage zustimmen. Es muss eine umfassende Aufklärungspflicht erfolgen.

Kommt nun ein 17jähriger Freiwilliger auf die mehr oder weniger sinnvolle Idee sich die Bundeswehr als Arbeitgeber herauspicken zu wollen, bekommt er sicherlich nicht eine Ausrüstung und wird sofort ins Ausland geschickt.
Der Rekrut durchläuft die Allgemeine Grundausbildung (AGA) von 1-3 Monaten, es erfolgt der Dienst an der Waffe, aber noch kein Dienst mit der Waffe. Sprich er wird danach wissen, wie er sie zerlegt, wie er sie reinigt, wie er auf eine Kladde schießt. Aber das unter Aufsicht und danach ab mit dem Gewehr in die Waffenkammer. Danach bekommt er seine SGA, Spezialgrundausbildung, als Funker, Sanitäter, Tech, MkF etcpp. Nochmals 1-x Monate. Und bevor er dann ins Ausland kommt, steht ihm immer noch die mehrmonatige Auslandsvorbereitung bevor. Die Probezeit sollte man auch nicht außer Acht lassen. Der Soldat ist dann 18 und somit volljährig.

Zwischenfazit: Die Argumentation über Kindersoldaten ist also absolut kontraproduktiv. Rechtlich und nach den Anforderungen der UN-Kinderrechtskonvention sowie verschiedener anderer Organisationen ist an der Kampagne wenig auszusetzen. Man muss sich sogar die Vorwürfe gefallen lassen, dass man einmal in die freie Berufswahl eingreift und zum anderen den 17jährigen, die vielleicht ansonsten keine Stelle finden, in die Arbeitslosigkeit zwingt.

Also sind 17jährige Soldat*innen toll?

Nein, persönlich finde ich es traurig, dass wir in unserer Zeit tatsächlich immer noch Soldat*innen benötigen und nicht endlich einen tragfähigen weltweiten Frieden haben. Zwei Weltkriege und ein paar Jahrhunderte der Kriege davor sollten doch nun wirklich Lehrgeld genug gewesen sein; möchte man meinen. Mir geht es lediglich darum, dass das Thema faktenbasiert diskutiert wird und da bringen eine schlichte und zudem falsche Behauptungen nicht weiter. Sie schaden dem grundsätzlich zu befürwortendem Begehren mehr, da sie Angriffsflächen für die Befürworter liefern.

Es sollte doch für die Argumentation für die Altersfestlegung schon ausreichen, dass man selbstständiges Autofahren, politisches Wahlrecht und Abfeuern einer Panzerfaust auf dasselbe Alter festlegt: 18 . Man stelle sich das mal bitte vor: morgens schießt der 17jährige zum Training mehrere Salven auf Zielscheiben im Dauerfeuer und abends wird ihm der Kinofilm ab 18 verboten. Zynischer geht es doch irgendwie kaum noch.

Geändert werden müsste -nebst der nationalen Regelung- mE der Artikel 38 Absatz 3 der UN-Kinderrechtskonvention dahingehend, dass der Dienst in nationalen Streitkräften erst ab dem 18. Lebensjahr erfolgen darf. Zudem sollte in diesem Zusammenhang auch die Regelung bei Vereinen ernsthaft überdacht werden, so dass man erst ab dem 18. Lebensjahr eine Ausbildung an einer Waffe machen darf. Dies wäre nur konsequent, denn Waffe ist Waffe. #machwaswirklichzaehlt #bw #bundeswehr #waffen



 


Schlagworte:

machwaswirklichzählt, bw, bundeswehr, kindersoldaten

 

Phelan Andreas Neumann, 2015/12/05 - 17:03, Artikelkennung: 20151205170329-phelan


Zitierhilfe:
Phelan Andreas Neumann: Eine Betrachtung der aktuellen Diskussion: Kindersoldat*innen und die aktuelle Bundeswehrsituation, Fassung vom 2015/12/05 - 17:03, http://socials.rodena.de/Blog.php5?id=20151205170329-phelan [eingesehen am 25.09.2017].
oder:Phelan Andreas Neumann: Eine Betrachtung der aktuellen Diskussion: Kindersoldat*innen und die aktuelle Bundeswehrsituation, Fassung vom 2015/12/05 - 17:03, http://socials.csv.net/Blog.php5?id=20151205170329-phelan [eingesehen am 25.09.2017].

 

 

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